Männer, die auf Kreise starren.

Corona-Zeiten sind Lern-Zeiten. Die Studierenden sollen etwas lernen, aber auch als Dozent lernt man einiges. Vor allem über Selbstständigkeit, Engagement und Selbstorganisation junger Menschen; beziehungsweise das Fehlen dieser Eigenschaften.Begleiten Sie mich auf einen kleinen Streifzug durch ein Semester virtuelle Vorlesungen.

Es begann alles am 20. April. Um 9:45 Uhr hatte ich meine erste Vorlesung mit DFNConf. Obwohl der Betreiber vollmundig versprochen hat, dass der Dienst „auf den Bedarf von Forschung und Lehre zugeschnitten“ ist und „exzellente Audio- und Videoeigenschaften“ bietet, war diese erste Versuch doch von vorne bis hinten ein kleines Disaster. Ein Drittel der Studenten kamen nicht mal in die Vorlesung rein, ein Drittel hatten Audio- und/oder Videoprobleme, bei einem Drittel klappte es. Einer hervorragender Einstieg in das Semester. 

Die zweite Vorlesung an diesem Tag lief ohne technische Probleme, dank Microsoft Teams. Im Verlauf des Semesters stellte ich fest, dass MS Teams eben ein Konferenzsystem ist und kein Tool, um Vorlesungen zu halten. Zurück zur Vorlesung. 

Personal Branding zwischen netter Idee und der (anstrengenden) Umsetzung.

Im Mittelpunkt dieses Beitrages steht ein Pilotprojekt zur langfristigen und hocheffizienten Umsetzung einer Personenmarke. Denn die Kunst besteht nicht darin, sie zu entwickeln, sondern sie langfristig am Leben zu erhalten.

Der letzte Beitrag liegt schon wieder 3 Wochen zurück. Wer meinen Blog in der Zwischenzeit besucht hat, wird festgestellt haben, dass ich ein paar homöopathische Änderungen am Design des Blogs vorgenommen habe und die Seitenstruktur an meine zukünftigen inhaltlichen Schwerpunkte angepasst habe. Dies war zwar kein Kleinkram, aber in einer überschaubaren Zeit erledigt.

Meine Prioritäten lagen jedoch in den letzten 3 Wochen auf dem Launch meines zweiten Blogs www.error262.com. Auf dieser Plattform möchte ich in der Zukunft die Themen Djing, Musik und Kunst unterbringen. Die Trennung ist meiner Meinung nach notwendig geworden, denn irgendwo passen die beiden Aspekte meiner Person nicht mehr ganz unter ein kommunikatives Dach: auf der einen Seite Marketing 4.0 und Personal Branding, auf der anderen Seite die eben genannten 3 Themen. Dies beißt sich.

Die Bausteine einer erfolgreichen Umsetzung einer Personenmarke

Ursprünglich dachte ich, dass ich die ganzen Aufgaben mal schnell in einer Woche über die Bühne bringen könnte: Design, Struktur, Kommunikationsplan, Inhalte, Zweisprachigkeit (deutsch/englisch), Automatisierung der Posts, etc. Weit gefehlt, aus der einen Woche sind insgesamt 3 Wochen geworden. Warum mache ich so etwas? Ich bin der Meinung, dass man alles, was man erzählt, auch selber beherrschen muss. Vor allem effizient.

Personal Branding: Welchen Einfluss hat meine eigene Persönlichkeit auf meine Vermarktung? Teil 3.

Professor Dr. Christian Zich – Personal Branding, ein intelligenter Ansatz zur eigenen Vermarktung und Persönlichkeitsentwicklung.

Heute – wie versprochen – gibt es einen kurzen Ausflug in die Persönlichkeitstheorien von Oldham/Morris. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht deren Anwendung im Rahmen der Entwicklung eines Personal-Branding-Konzeptes. In diesem Beitrag wird gezeigt, welchen Nutzen für die eigene Vermarktung die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit hat.

Im letzten Beitrag wurden die Vorteile des Ansatzes von Oldham/Morris aufgezeigt. Ein wesentlicher Vorteil ist der beiliegende Persönlichkeitstest. Nehmen wir an, er hat den Conscientious Style zu Tage gefördert. Die beiden Autoren schreiben diesen sehr treffend mit den Worten „The right stuff“ und beschreiben ihn mit den folgenden Kriterien etwas detaillierter (Oldham, J. M./Morris, L. B.: The New Personality Self-Portrait, New York, 1995):

  • Hard work. The Conscientious person is dedicated to work, works very hard, and is capable of intense, single-minded effort.
  • The right thing. To be Conscientious is to be a person of conscience. These are men and women of strong moral principles and values. Opinions and beliefs on any subject are rarely held lightly. Conscientious individuals want to do the right thing.
  • The right way. Everything must be done “right,” and the Conscientious person has a clear understanding of what that means, from the correct way to balance the checkbook, to the best strategy to achieve the boss’s objectives, to how to fit every single dirty dish into the dishwasher.
  • Perfectionism. The Conscientious person likes all tasks and projects to be complete to the final detail, without even minor flaws.
  • Perseverance. They stick to their convictions and opinions. Opposition only serves to strengthen their dogged determination.
  • Order and detail. Conscientious people like the appearance of orderliness and tidiness. They are good organizers, catalogers, and list makers. No detail is too small for Conscientious consideration.
  • Prudence. Thrifty, careful, and cautious in all areas of their lives, Conscientious individuals do not give in to reckless abandon or wild excess.
  • Accumulation. A “pack rat,” the Conscientious person saves and collects things, reluctant to discard anything that has, formerly had, or someday may have value for him or her.

Diese Kurzbeschreibung des Persönlichkeitsstils ist gewissermaßen nur die Spitze des Eisbergs, Oldham/Morris gehen in ihrem Buch selbstverständlich deutlich mehr in die Tiefe und in die Details. Für unsere Betrachtung reicht aber diese kurze Zusammenfassung.

Die Schattenseiten des perfekten Mitarbeiters

Liest man sich diese Liste durch, so könnte man zum Schluss kommen, dass dies die Beschreibung eines idealen Mitarbeiters ist, aber wie so oft hat jede Eigenschaft 2 verschiedene Seiten:

Personal Branding: Welchen Einfluss hat meine eigene Persönlichkeit auf meine Vermarktung? Teil 2.

Professor Dr. Christian Zich – Personal Branding, ein intelligenter Ansatz zur eigenen Vermarktung und Persönlichkeitsentwicklung.

Im letzten Beitrag habe ich kurz angerissen, warum der einfache Einstieg über die ungestützte Selbstdiagnose mit Hilfe simpler Fragen nicht wirklich zielführend ist und dabei versprochen, eine Lösung vorzustellen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem sinnvollen Einsatz von Persönlichkeitstheorien. In diesem Beitrag geht es vor allem um die Sinnhaftigkeit des Einsatzes dieses psychologischen Werkzeugkastens.

Die Grundgedanken hinter Persönlichkeitstheorien

Der Grundgedanke hinter der Persönlichkeitspsychologie ist die Erforschung der Einzigartigkeit von Individuen bzw. das Wesen des Selbst. Seit Sigmund Freud haben sich sehr viele Psychologen mit der Untersuchung derjenigen psychologischen Kräfte beschäftigt, die Menschen zu einzigartigen Individuen machen. Dabei haben sie selbstverständlich abstrakte philosophische oder religiöse Überlegungen vermieden (Ausnahmen bestätigen die Regel) und versucht, eine Methodik zur Kategorisierung verschiedener Persönlichkeiten zu entwickeln.

Diese Überlegungen dienten natürlich nicht nur dem Verständnis, was Menschen zu einzigartigen Individuen macht, sondern sie ermöglichten auch die Diagnose von krankhaften (psychologischen) Veränderungen dieser individuellen Persönlichkeitsstruktur, die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen.

Warum sollte man sich nun als „normaler Durchschnittsmensch“ mit solchen Persönlichkeitstheorien befassen?

Die Antwort findet man beispielsweise bei Oldham/Morris in deren Buch „The New Personality Self-Portrait“:

Personal Branding: Welchen Einfluss hat meine eigene Persönlichkeit auf meine Vermarktung? Teil 1.

Professor Dr. Christian Zich – Personal Branding, ein intelligenter Ansatz zur eigenen Vermarktung und Persönlichkeitsentwicklung.

Eine Personenmarke soll glaubwürdig, ehrlich und authentisch sein. Dies ist nicht nur meine Überzeugung sondern auch der Tenor der Literatur und der meisten Experten. Selbstverständlich steht daher am Anfang aller Überlegungen zum Design einer Personenmarke die eigene Persönlichkeit. In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit dem Startpunkt des gesamten Prozesses, der kritischen Sicht auf die eigene Person. Wenn man bereits an dieser Stelle einen Fehler macht, muss man sich nicht wundern, wenn keine ehrliche, authentische und glaubwürdige Personenmarke am Ende des ganzen Prozesses steht.

Warum ist die Frage „Was charakterisiert dich?“ der schlechteste Ausgangspunkt?

Bei meiner Recherche für den VHB-Kurs habe ich mich durch viele Bücher und Webseiten durchgearbeitet und bin immer wieder auf genau diese Frage gestoßen. Mit ihr soll die Entwicklung einer Personenmarke gestartet werden. Auf den ersten Blick erscheint dieser Ansatz ganz vernünftig, aber jedem sollte klar sein, dass der Mensch sich wahnsinnig gerne selbst betrügt und deswegen zu oft eine verzerrte Sicht auf die eigene Person hat. Hand aufs Herz, der überwiegende Teil der Menschheit sich doch gerne in einem sehr positiven Licht, ausgenommen die notorischen Schwarzseher und bekennenden Opfertypen. Aber selbst die letztgenannten entwickeln ihre Schrulligkeit zu einer Kunstform. Langer Rede, kurzer Sinn; die Wahrscheinlichkeit, dass man bei dem Blick in die eigene Persönlichkeit sich nicht objektiv sieht, ist relativ groß. Und damit baut man gleich am Anfang die ersten Fehler ein.

Führt die Frage „Frage deine Freunde, Bekannten und Kollegen, …“ zu einem besseren Ergebnis?

Bei meiner Recherche habe ich oft noch einen anderen Ansatz gefunden, der Die Freunde Bekannten und Kollegen in die Bewertung mit einbezieht. Man sollte diesen Personenkreis befragen, wie deren Sicht auf die eigene Persönlichkeit ist. Mit etwas Glück und einem ehrlichen, kritischen Umfeld könnte man vielleicht sogar zu einem realistischeren Ergebnis gelangen. Allerdings steckt auch hier die Gefahr in der Auswahl der befragten Personen. Die wenigsten sind wirkliche Experten darin, die Persönlichkeit des fragenden zu beurteilen. Und ob sie wirklich objektiv und ehrlich sind, sei dahingestellt, denn man möchte sich ja nicht einen Freund/eine Freundin vergraulen. Ein weiterer Grund, warum man vorsichtig mit den Ergebnissen dieser Befragung umgehen sollte, liefert die Sozialpsychologie: man umgibt sich in erster Linie mit den Personen, die ähnliche Wertvorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zeigen. Daher kann es auch bei dieser Vorgehensweise passieren, dass man in seinem eigenen Weltbild bestätigt wird und nur eine rosarote Sicht auf die eigene Persönlichkeit erhält. Einfach, weil das Umfeld genauso denkt wie man selbst.

Kann man intelligent Persönlichkeitsentwicklung und eigene Vermarktung miteinander verbinden?

Professor Dr. Christian Zich – Personal Branding, ein intelligenter Ansatz zur eigenen Vermarktung und Persönlichkeitsentwicklung.
Dies ist nicht die Flagge eines Fantasiestaates, sondern die Komponenten einer Personenmarke. Stay Tuned, es kommt noch mehr!

In den letzten anderthalb Jahren habe ich mich – bedingt durch den VHB-Kurs – immer intensiver mit Personal Branding beschäftigt. Relativ schnell war mir klar, dass die wichtigste Voraussetzung bei einer Personenmarke die ehrliche, authentische und glaubwürdige Darstellung der eigenen Person sein muss. Genauso wie bei der Vermarktung eines Produktes darf ich als Person nicht zu viel versprechen, denn spätestens in der Probezeit (für Angestellte) oder in den ersten Wochen der Abarbeitung eines Projektes (bei Selbstständigen) zeigt sich, wie leistungsfähig man wirklich ist. Hat man die Erwartung seitens der Vorgesetzten bzw. des Auftraggebers zu sehr angeheizt, so kann dies in einer grandiosen Bauchlandung enden. Die Entwicklung einer Personenmarke ist daher für mich nicht die übertriebene Darstellung einer nicht vorhandenen Leistungsfähigkeit. Man kann sich jetzt hinsetzen, in grenzenlose Traurigkeit versinken und feststellen, dass man vielleicht selbst keine Personenmarke ist bzw. aufbauen kann. Oder man kann sich aktiv mit den verschiedenen Komponenten der eigenen Leistungsfähigkeit befassen und damit intelligent Persönlichkeitsentwicklung gezielt betreiben.

Nachdem ich momentan die erste Runde VHB-Kurs-Feinschliff beginne, möchte ich auch gleichzeitig ein paar Ergänzungen zu meinen Überlegungen auf diesem Blog publizieren. Im wesentlichen werden die nächsten paar Beiträge sich um die folgenden Themen drehen:

  • Welchen Einfluss hat meine eigene Persönlichkeit auf meine Vermarktung und wie kann ich gezielt an meiner eigenen Persönlichkeit arbeiten?
  • Wie kann ich gezielt das richtige Know-how, die richtigen Skills und Kompetenzen identifizieren, die ich für bestimmte Jobprofile bzw. für bestimmte Kunden benötige. Für mich der unabdingbare Kern einer jeden Personenmarke.
  • Wie kann ich meine Überlegungen, Pläne und Gedanken ganz konkret in Aktivitäten umsetzen, die mich deutlich vom Wettbewerb unterscheiden?
  • Wie kann ich gezielt das was ich mache, geschickt verpacken?

Es wird spannend, stay tuned.

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Hallo Sommersemester 2020!

Sommersemester 2020. Ein leerer Hörsaal in der Corona-Krise.
Ein Hörsaal in der Corona-Krise

Gestern hat das Sommersemester 2020 begonnen. Vor der ersten virtuellen Vorlesung in diesem Semester habe ich mir den Spaß gegönnt und einen unserer großen Hörsäle im A-Gebäude fotografiert. Die virtuelle Vorlesung kurz danach war ein einziger Reinfall, da ich das falsche System benutzt habe. Wie man mir am Nachmittag erzählte, war das DFNconf-System nie auf so einen solchen Ansturm ausgelegt. Ich hatte mich in der ersten Runde dafür entschieden, da ich im Wintersemester hervorragende Erfahrungen mit diesem Tool gesammelt habe. Aber die Erfahrung war mehr als ernüchternd: 1/3 der Studierenden hatte keinen Zugang, 1/3 entweder Bild oder Ton, bei 1/3 funktionierte es einwandfrei. Who said it would be easy. Die zweite Vorlesung am Nachmittag mit Microsoft Teams lief dafür deutlich besser. Interessant ist nur, dass alle Bedenken der Datenschützer in der Corona-Krise mal ganz kurz beiseite gewischt wurden, einfach um überhaupt einen Betrieb zu gewährleisten.

Wintersemester 2019/2020, Rückblick auf den Besuch bei Hilti. Teil 3: das Coaching-Modell.

Man and Women at Work

Im letzten Teil der Beitragsreihe stand die fachliche Basis eines Verkaufsgesprächs im Vordergrund. Dieses Wissen kann man problemlos in Form einer interaktiven, seminaristisch gestalteten Vorlesung (oder auch in einem entsprechenden Training) vermitteln, doch in der Praxis selbst sieht es wieder vollkommen anders aus. Alles, was in der Theorie so klar und einfach erschien, ist auf einmal in der hektischen Atmosphäre eines Verkaufsgesprächs ein Ding der Unmöglichkeit. Die vorbereitete Argumentationslinie löst sich in Luft auf, die perfekt durchgestylte Produktpräsentation interessiert den Kunden einen feuchten Kehricht und unvorhergesehene, überraschende Reaktionen des Kunden bringen die Hammer-Argumente für das Produkt zu Fall.

Eine solche Situation hat jeder, der im Vertrieb bzw. im Verkauf arbeitet, schon einmal erlebt. Nun gibt es zwei verschiedene Reaktionen auf dieses Erlebnis: man beschließt, dass der Kunde ein Idiot ist oder man beschäftigt sich mit den eigenen Verhandlung- und Verkaufstaktiken. Um den Studierenden ein solch unangenehmes Erlebnis bei dem eigentlichen Hilti-Besuch zu ersparen, verordnete ich Ihnen eine Coaching-Runde in Form eines simulierten Verkaufsgespräches. Wichtigstes Ziel dieser simulierten Gesprächsrunde ist die Generierung von Anwendungswissen, in diesem Falle die Anwendung der diskutierten Methoden und Techniken aus der Vorlesung.

Wintersemester 2019/2020, Rückblick auf den Besuch bei Hilti. Teil 2: die fachliche Basis.

Die Faszination der Hilti-Geräte…

Willkommen zum Teil 2 meines Rückblicks auf den Besuch bei der Firma Hilti (Teil 1 findet sich hier). Die Vorbereitungen zum Besuch beginnen bereits in der ersten Woche des Semesters und zwar in Form einer ganz einfachen, seminaristischen Aufbereitung meines Autohändlerprojektes aus den Jahren 2008-2011, veröffentlicht im Jahr 2013. Der Ablauf dieser Vorlesung ist relativ schnell erklärt: ich präsentiere mich als potentieller Kunde und die Studierenden sollen sich in die Rolle eines Automobilverkäufers versetzen und von mir möglichst viele Informationen bekommen, um erfolgreich einen Verkaufsabschluss zu tätigen. Der wichtigste Lerneffekt am Ende dieser allerersten Runde ist die Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Verkäufer mit gezielten, idealerweise offenen Fragen aktiv das Gespräch steuert und nicht sich reaktiv vom Kunden vor sich her treiben lässt oder – im schlimmsten Falle – den Kunden mit einem Monolog Tod redet bzw. überfordert.

Dies wäre aber etwas wenig Stoff und eine unzureichende Vorbereitung für ein Verkaufsgespräch. Ich versuche in den weiteren Vorlesungseinheiten zwei wichtige Instrumente genauer zu betrachten und in Form eines Rückblicks auf die erste Verkaufssituation zu vertiefen: die Spin-Fragetechniken und den Harvard-Verhandlungsansatz.

Die Ergebnisse meiner Autohändlerstudie zeigten ganz deutlich, dass der größte Teil der Automobilverkäufer diese beiden Grundpfeiler eines Verkaufsgesprächs nich beherrschte. Sie waren damit nicht in der Lage, ein Gespräch zu lenken und zu leiten, geschweige denn die Kundenprobleme/-bedarfe zu identifizieren. Sollten die Studierenden die eben genannten Methoden richtig gut beherrschen, so wären sie deutlich besser als 80%-90% aller Automobilverkäufer. Daher bin ich der Meinung, nicht zu viel Wissen zu transportieren, sondern sich auf die wesentlichsten Sachen zu konzentrieren, die aber richtig gut zu beherrschen.

Wintersemester 2019/2020, Rückblick auf den Besuch bei Hilti. Teil 1: der Überblick.

Es ist geschafft – der Vortrag nach den harten Verhandlungsrunden

Jedes Jahr Mitte November dürfen die Studierenden aus meinem Schwerpunkt ganz früh aufstehen, um um 6:00 Uhr in der Früh nach Kaufering zu Hilti Deutschland AG zu fahren. Treue Leser meines Blogs wissen, dass dies ein Teil meiner Vertriebsvorlesung ist. Die Studierenden dürfen in einer realistischen Verhandlungssituation Führungskräften der Firma Hilti ein Hilti-Produkt verkaufen. In den letzten Jahren handelte es sich immer um ON!Track, eine Software zur Verwaltung von Betriebsmitteln.

Warum habe ich gerade dieses Produkt genommen? Ganz einfach, die Verhandlungspartner sind Geschäftsführer/Eigentümer von Unternehmen verschiedener Größe. In diesem Kontext kann man herrlich die verschiedenen Verhandlungstechniken, die im Unterricht behandelt, im Gespräch direkt umsetzen. Darüber hinaus kann man sich die wesentlichen Vorteile dieser Software erschließen und muss nicht ein vertieftes Wissen über Industrieunternehmen/Baufirmen einerseits und über die Anwendung der verschiedenen Hilti-Geräte andererseits haben.

Ich weiß, dies ist für jeden Leser meines Blogs nichts Neues, daher möchte ich die Gunst der Stunde (ja, die Corona-Krise) nutzen und einen kleinen Blick hinter die Kulissen wagen. Wie dieser Blick aussieht? Ich beschreibe die 3 Bausteine, die ich zur Vorbereitung dieses Besuches mit meinen Studierenden durchlaufe, damit alle Beteiligten möglichst viel mitnehmen. Dabei habe ich auch die Mitarbeiter der Firma Hilti im Blick, denn nichts ist frustrierender als mit unvorbereiteten, schlecht trainierten und wenig motivierten Gesprächspartnern einen kompletten Tag zu durchlaufen. Im Rahmen dieses Blicks hinter die Kulissen werde ich auf die folgenden Punkte eingehen:

  • die interaktive Erarbeitung der wichtigsten Elemente eines Verkaufsgesprächs
  • die fachlichen Grundlagen – der Aufbau von Fachkompetenz
  • die intra- und interpersonalen Grundlagen – die Coachingrunden

Viel Spaß beim Lesen. Stay tuned.

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