Die Innenstadt der Zukunft – langweilig, öde und leer? Teil 3.

Die Spannung hat ein Ende, heute wage ich mich an die Auflösung der Frage, wie Innenstädte der Zukunft aussehen sollten. Lassen wir noch einmal kurz den zweiten Teil meiner Reihe in einem Satz Revue passieren: das Kaufverhalten hat sich über die Jahre hinweg durch das Internet so verändert, dass die einfache Bereitstellung von Waren in Form von stationären Einzelhandelsgeschäften nicht mehr ausreichend ist, um einer Verödung der Innenstädte entgegenzuwirken. Was kann man dagegen tun?

Indem man zuerst begreift, dass Einkaufen ein Teil der Freizeitgestaltung ist und daher deutlich über das vielbeschworene Einkaufserlebnis hinausgeht. Anders formuliert, die notwendigen Käufe kann ich auch im Internet erledigen, es muss ein zusätzlicher Anreiz geschaffen werden, dass ich mich von der Couch weg bewege, das Smartphone/Tablet beiseite lege und in die Stadt gehe. Ich brauch ein Freizeiterlebnis, nicht nur ein Einkaufserlebnis!

Sieht man sich die aktuellen Forschungsergebnisse der amerikanischen Psychologieprofessorin Jean M. Twenge (siehe Artikel) und die Ergebnisse Weiterlesen

Die Innenstadt der Zukunft – langweilig, öde und leer? Teil 2.

Um der versprochenen Lösung (siehe Teil 1 gestern) näherzukommen, müssen uns etwas genauer die Veränderung des Kaufverhaltens ansehen. Um die Sache etwas zu vereinfachen, habe ich mich natürlich selber gefragt, warum früher das shoppen in Regensburg vor fast 2 Dekaden deutlich kurzweiliger, erfolgreicher und spannender war. Sehen wir uns doch die folgenden 4 Beispiele an:

  1. Bücher. Obwohl vor 2 Dekaden Amazon auch schon existierte, war es doch immer eine große Freude, sich die Freizeitlektüre in einem Buchgeschäft anzusehen, in den Büchern herum zu schmökern, etc. Heute lade ich mir Leseproben auf meinen kindle.
  2. Musik. Früher, als man Musik noch auf CDs verkaufte, hatte ich immer viel zu wenig Zeit, um mich durch das Angebot durchzuarbeiten. Jetzt sitze ich am Abend auf dem Sofa entspannt vor dem PC und lasse mich durch Beatport und iTunes treiben. Wenn mir der Schnipsel zu kurz ist, höre ich mir den Track auf YouTube ganz an.
  3. Schuhe und Klamotten. Mit dem Aussterben der Krawattenträger ging mein Bedarf an Business-Klamotten auch ganz drastisch zurück und außerdem habe ich in Regensburg noch nie etwas gefunden. Bei Freizeitklamotten lass ich mich im Ingolstadt Village überraschen, was in meiner Größe da ist und was gerade On Sale ist. Selbst Laufschuhe kaufe ich mir inzwischen mit einer entsprechenden Vorbereitung (Blogs, Rezensionen, Testberichte) im Internet. In der Vergangenheit musste ich leider zu oft die Erfahrung machen, dass die meisten Verkäufer in Sportgeschäften noch weniger Ahnung von Laufschuhen hatten als ich selbst. Ich habe inzwischen ein paar Favoriten-Marken, von denen ich weiß, dass sie mir passen und die es im Regelfalle in keinem Standard-Sportgeschäft gibt und auch nur in den wenigsten Spezialgeschäften.
  4. Technik. In diesem Falle ist nicht das Internet schuld, sondern die Verlagerung meiner eigenen Interessenschwerpunkte. Ein iPad, ein Notebook oder ein Smartphone interessiert mich inzwischen überhaupt nicht mehr, mit XDJs, Hardware-Samplern, Synthesizern und DJ-Mixern kann man mich jetzt eher begeistern. So ein Geschäft gab es in der Vergangenheit nicht in Regensburg und wird es mit großer Wahrscheinlichkeit aufgrund der überschaubaren Kundschaft auch in Zukunft nicht geben.

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Die Innenstadt der Zukunft – langweilig, öde und leer?

Letzte Woche habe ich die Gunst der Stunde genutzt und bin mit meiner Frau zum Sushi-Essen, Bummeln und Shoppen nach Regensburg gefahren. Das Sushi war wie immer hervorragend, aber aus dem Bummeln und Shoppen wurde leider nichts. Dies hatte mehrere Gründe:

  • Mein Lieblings-Schreibwaren- und Bürogeschäft hatte mal wieder bis zum 8. Januar geschlossen. Ich war der irrigen Meinung, dass diese Information auf der Homepage zu finden war. Da stand aber nichts. Im Gegenteil, ganz normal geöffnet. Schade, denn im Regelfalle finde ich immer ein Schreibgerät oder irgendein Dingen, dass ich gebrauchen könnte. Also keinen Umsatz für dieses Geschäft.
  • Die Geschäfte in Regensburg können leider hinsichtlich der Sortimentsbreite und -tiefe nicht mit Städten wie München mithalten, geschweige denn mit dem Internet. In München finde ich immer etwas, in Regensburg haben mich nicht einmal die Schaufenster angesprochen. Auch schade.
  • Die Einzelhandelsstruktur in den Innenstädten wird immer langweiliger. In diesem Zusammenhang fällt mir immer der Witz ein, in dem ein Besucher einer Stadt auf die Navigationsapp seines Handys schauen muss, um festzustellen in welcher Stadt er ist, weil überall die gleichen Geschäfte zu finden sind. Leider kann ich mit den meisten einschlägigen Filialisten nicht viel anfangen, ich gehöre leider nicht zur Zielgruppe.

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Jahresrückblick 2017, Teil 1: unser Besuch bei Hilti.

Exkursion zu Hilti Deutschland AG nach KauferingEs ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden, im November nach Kaufering zu Hilti zu fahren, um meinen Studierenden die Möglichkeit zu geben, Vertrieb hautnah und realistisch kennen zu lernen. Der Besuch bei Hilti besteht aus insgesamt 3 verschiedenen Teilen: die Verkaufsgespräche mit zwei Verkaufsleitern, dem Erlebnisteil (das Ausprobieren aller Hilti-Geräte) und der Vorstellung einer globalen, erfolgreichen Vertriebsorganisation.

Nachdem ich in vorangegangenen Artikeln (zum Beispiel 2016) das Konzept schon genauer beschrieben habe, fasse ich mich heute recht kurz und gehe gleich zum Lob an meine Studierenden über. Zusammenfassend bekam ich das Feedback, dass dieser Jahrgang sich am besten von allen vorbereitet hat. Im Klartext heißt dies, dass sich die Studierenden nicht nur das Produkt ON!Track genau angeschaut haben, sondern auch in der Lage waren, die Gesprächsführungs- und Fragetechniken in der doch recht komplexen realistischen Situation zielgerichtet anzuwenden. Darüber hinaus klappte dieses Jahr die Koordination innerhalb der Teams auch sehr gut; jeder kaum zu Wort und die Aufgabenverteilung wurde sehr gut gelöst. Vielen Dank an alle Teilnehmer.

Danken möchte ich vor allem Frau Verena Trischberger für die Vorbereitung, die tolle Weiterlesen

Feedback zu meinem Vortrag letzte Woche auf dem mobile.de-Event in Würzburg.

Vortrag von Professor Dr. Christian ZichLetzte Woche wurde ich in einer Vorlesung darauf hingewiesen, dass Eigenlob nicht opportun ist. Meine Antwort darauf war, dass es eine haarscharfe Grenze zwischen Eigenlob und Werbung gibt. Heute spare ich mir Werbung in eigener Sache und verlinke einfach zum Originalartikel auf der Online-Seite der Zeitschrift kfz-betrieb.

„Autohäuser sind unverzichtbare Infrastruktur“

Vielen herzlichen Dank für die tolle Zusammenfassung meines Vortrags, für die Einladung zum Vortrag und für die absolut perfekte Organisation. Ein großes Dankeschön geht an das Publikum. Sie waren toll.

Stay tuned. Jetzt gibt es wieder mehr, die Stressphase geht dem Ende zu.

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Was ist ein fairer Deal?

Morgen ist es wieder soweit. Es ist mal wieder eine Marketing4.0-Premiere angesagt, denn ich darf in Würzburg neue Einsichten in die Gestaltung von Onlineplattformen zum Besten geben. Der Titel meines Vortrags lautet: Was ist ein fairer Deal? Welche Faktoren für Autokäufer bei der Wahl eines Händlers ausschlaggebend sind.

Was werde ich morgen erzählen? Hier die Kurzfassung des Inhalts:
Kaufen Kunden am Ende tatsächlich nur bei dem Händler, der im Internet den günstigsten Preis bietet? Autohäuser, die auf dieser Grundlage agieren, stecken in der Preisfalle. Dabei gibt es für Händler Möglichkeiten, sich diesem Wettrennen zu entziehen. Der Marketingprofessor Christian Zich ist mit einer umfassenden Untersuchung der Frage auf den Grund gegangen, wie Verbraucher im Internet Kaufentscheidungen treffen. Sie verbringen online viele Stunden mit der Informationsbeschaffung zu anstehenden Investitionen – und vergleichen.

Ergebnis der Untersuchung: Ein wirtschaftliches Problem für den einzelnen Händler ist es, wenn er auf seiner Internetseite die gleichen Inhalte bietet wie alle anderen. In diesem Wettbewerb gewinnt oft tatsächlich der Günstigste. Wie kann eine Gegenstrategie aussehen? Autohändler müssen potenziellen Käufern neben dem Preis Entscheidungskriterien bieten, die deren Erwartungen entsprechen. Die meisten Internetauftritte liefern solche Kriterien aber nicht. Die Websites verkaufen also nicht, sondern stellen Kunden bestenfalls nur Informationen zur Verfügung. Christian Zich zeigt in seinem Vortrag Auswege aus der Preisfalle auf und verdeutlicht, welche Entscheidungskriterien neben dem Preis für Kunden wichtig sind und warum. Er veranschaulicht, wie sich Zielgruppen im Onlinegeschäft pragmatisch abgrenzen und sich für das eigene Angebot gewinnen lassen.

Ich freue mich auf morgen. Stay tuned.

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Hält die Telekom ihre Versprechen? Oder: wie schnell ist das schnelle Internet wirklich.

Telekom, Benachrichtigung über die Freischaltung des schnellen InternetsJetzt ist es fast eine Woche her, dass ich mich auf das „schnelle“ Internet umstellen ließ. Bis letzte Woche hatte ich beim Download von den versprochenen 16.000 kb/s knapp 9000 kb/s zur Verfügung und beim Upload von den versprochenen 5000 kb/s magere 900 kb/s. Da hörten sich doch 50.000 kb/s Download und 10.000 kb/s Upload schon besser an. Naja, die Rechtsabteilung der Telekom ist ja nicht auf den Kopf gefallen und deswegen heißt es bei allen Zahlen immer „bis zu“.

Letzten Freitag sollte um 9:00 Uhr die Umstellung durchgeführt werden, tatsächlich lief der Techniker erst um 10:30 Uhr an, dass er demnächst dem alten, langsamen Internet den Todesstoß versetzt. Die Spannung stieg und mit einem etwas mulmigem Gefühl schloss mein Techniker dann um kurz vor 11:00 Uhr wieder an. Meine bange Frage, ob alles wieder funktionieren würde, beantwortet die sich sehr schnell. Ja, zu meiner Überraschung begann nicht ein wochenlanges Martyrium ohne Internet und Telefon, Weiterlesen

So much to do so little time. #somuchtodosolittletime

Ich habe diese Woche mit einem kleinen Schrecken festgestellt, dass ich am 18.5.2017 zum letzten mal etwas gepostet habe. Dabei ist mir noch einmal aufgefallen, wie dicht gepackt die letzten Wochen waren und wie wenig Zeit dafür übrig geblieben ist, was ich eigentlich sehr gerne mache: die textlich-akustisch-visuelle Umweltverschmutzung mit meinem Blog. Jetzt werde ich aber die Sommerpause mit interessanten Sachen füllen:

  • Hall of Fame: freuen Sie sich auf spannende, hervorragende Bachelorarbeiten.
  • Marketing 4.0: zum dritten Mal wurde das Buch fertig. Zum dritten Mal? Ja, die letzte Zeile, der erste Korrekturlauf, der zweite Korrekturlauf. Momentan steckt es im Lektorat, also werde ich zum vierten Mal fertig werden.
  • Hochschule: hier gibt es im Wintersemester ein vollkommen neues Fach, mit dem ich Spannung, Spiel und Spaß ideal mit Musik verbinde.
  • DJing: ich hatte einige sehr spannende Gigs, da gibt es wieder einiges zu Hören und einiges zu Erzählen.

Stay tuned. Es gibt viel zu erzählen.

Warum das Einkaufen im Internet so viel Spaß macht …

Vortrag in OsterhofenJetzt ist es endlich soweit. Der Frühling kommt, die Bäume schlagen aus und Vorträge wachsen. Ich freue mich auf eine Premiere, die Präsentation meiner Internetstudie, die ganz neues Licht auf das Thema verkaufen im Internet wirft. Hier die Inhalte:

  • Welche Erlebnisse hat ein Kunde beim shoppen im Internet, warum macht das shoppen im Internet so viel Spaß: Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Studie. Die Ergebnisse der Studie: welche Gefahren drohen dem stationären Einzelhandel über die bekannten Faktoren (24/7-Verfügbarkeit, Sortiment, bequem von zuhause aus bestellen, 14 Tage Rückgabe) hinaus?

  • Unterscheiden sich Internet-Shoppen und Einkaufen im stationären Einzelhandel wirklich so dramatisch? Hier wird ein kurzer Vergleich zwischen den Erfolgsfaktoren des stationären Einzelhandels und den Erfolgsfaktoren des Internets gezogen. Dabei werden spannende Ergebnisse zu Tage treten, die zukunftsorientierte Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelhandel aufzeigen. Auch hier wird auf Studienergebnisse von Professor Dr. Christian Zich zurückgegriffen; die Ergebnisse von 4 Mystery-Shopping-Studien im stationären Einzelhandel, die im Zeitraum von 2012-2015 stattgefunden haben.

  • Welche Möglichkeiten hat der stationäre Einzelhandel, um den Kunden ein besseres Erlebnis als ein Onlineshop zu bieten? Die Verbindung der 2 verschiedenen Studienkonzepte (Mystery-Shopping und Internet-Shopping) zeigt konkrete Handlungsoptionen für den stationären Einzelhandel auf. In anderen Worten: was machen Sie morgen, damit Sie übermorgen immer noch sehr erfolgreich sind?

  • Welche Kommunikations- und Vertriebskanäle machen für den stationären Einzelhandel Sinn? Eine kurze Betrachtung der Vor- und Nachteile verschiedener Kanäle.

Wie immer: runter vom Sofa und rein in den Vortrag. Stay tuned.

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Jaaaaaaa. Ich habe fertig!

Fertig ist das Buch!Ohne Große Worte. Ein zweimonatiger Endspurt ist gerade soeben zu Ende gegangen. Die letzten Schnitzer in den Fußnoten ausbessern, die letzten Links gerade ziehen, die letzten Zeilen vom Vorwort (Foto). Ein geiles Gefühl.

Aber, oh Schreck, was mache ich jetzt mit der vielen freien Zeit? Hmmmm, boshafte Blogbeiträge schreiben? Gute Idee. Gute Ideen promoten und Vorträge halten? Noch besser. Gute Abschlussarbeiten loben? Jep, das isses. Nächste Woche gibt es ein solches Exemplar. Schönes Wochenende.

Stay tuned.

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