Körpersprache im Verkaufsgespräch – die Bachelorarbeit von Frau Sofia Gerstl.

Bachelorarbeit Sofia Gerstl an der technischen Hochschule DeggendorfDie Bachelorarbeit von Frau Sofia Gerstl ist eine ausgesprochen (positive) THD-Überraschung. Nein, es war keine Schokolade drin, zum Spielen gab es auch nichts, dafür aber einen ungemein spannenden Inhalt. Davon aber richtig viel. Treue Leser meines Blogs wissen, dass ich Abschlussarbeiten liebe, die einen kniffligen, empirischen Sachverhalt mit einem sehr guten theoretischen Konzept verbinden und wenn ich dabei auch noch etwas Neues lerne, dann ist ein Platz in der Hall of Fame fast schon sicher.

Frau Gerstl hat sich einem ausgesprochen schwierigen Thema angenommen, der Körpersprache in Verkaufsgesprächen. Abgesehen davon, dass es nur relativ wenige Literatur zu dem Thema gibt, empirische Untersuchungen sind ganz selten. Damit wären wir schon beim allerersten Highlight der ganzen Arbeit, dem Forschungsdesign. Auf Basis eines sehr guten Theorieteils entwickelte Frau Gerstl ein ausgesprochen intelligentes Beobachtungskonzept, mithilfe derer sie die Reaktionen von Verkäufern auf Kunden je nach Situation analysieren konnte. Sie hatte das besondere Glück, eine Firma zu finden, die bereit war, Frau Gerstl gewissermaßen als stille Beobachterin von Verkaufsgesprächen einzusetzen. Ohne tiefer in die Ergebnisse einzusteigen, Hut ab vor den Resultaten. Willkommen in der Hall of Fame, Frau Gerstl.

Was waren die wichtigsten Inhalte/Erkenntnisse?

Die wichtigste Erkenntnis war definitiv die Tatsache, dass es durchaus möglich ist, den Gesprächspartner mit Hilfe von nonverbaler und paraverbaler Kommunikation zu beeinflussen. Der Einfluss den die Faktoren Distanzverhalten, Körperhaltung, Mimik, Weiterlesen

Lifestyle-ein spannender Ansatz zur intelligenten Entwicklung von kreativen Ideen in der Werbung. Teil 1.

Logo von Professor Dr. Christian Zich. Hier werden Teile und Erweiterungen aus dem Buch des Autors, das Marketing 4.0 Praxisbuch, vorgestellt.Nachdem ich mich in der letzten Serie mit dem Expectancy-Disconfirmation-Modell beschäftigt habe, gönne ich mir einen weiteren Einblick in spannende Marketingkonzepte, dem Lifestyle-Ansatz. Steigen wir ein.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort Lifestyle sehr oft und intensiv gebraucht, man redet von Lifestyle-Produkten, von einem gesunden oder vielleicht einem exzessiven Lebensstil. Doch warum beschäftigt man sich im Marketing so intensiv mit dem Thema Lifestyle? Ohne viel vorwegzunehmen, es ist ein ausgesprochen spannendes Instrument im Konsumgütermarketing, mit dessen Hilfe man nicht nur intelligente, hochwirksame Werbekonzepte entwerfen, sondern auch zielgruppenorientierte Produkte entwickeln und positionieren kann. Bevor wir jedoch in die Anwendung einsteigen, ist es notwendig, den Begriff exakter und wissenschaftlicher zu fassen. Eine sehr einfache Definition des Begriffes liefern Babin/Harris: „How people live and spend their money.“ (Babin, B. J./Harris, E. J.: CB 8, Boston, 2018. S. 123.). Diese kurze Statement zeigt die Richtung für den Marketer an: es geht darum, den richtigen Leuten zu helfen ihr Geld richtig auszugeben.

Etwas genauer? Wenn man weiß, wie eine Zielgruppe lebt, d. h. wie sie ihre Zeit verbringt, warum sie so lebt und welchen Aktivitäten sie nachgeht, dann kann man Weiterlesen

Welche virale Durchschlagskraft haben die TM-Mausis? Und was haben sie mit Leeroy Jenkins zu tun?

Diskussion im sozialen Netzwerk JodelIch war gestern selber überrascht, welches Echo mein Beitrag hervorgerufen hat. Erst mal vielen Dank für viele positive Kommentare und positives Feedback. Und den Vergleich mit Leeroy Jenkins fand ich sogar witzig, allerdings mit dem großen Unterschied, dass ich mit einem Plan losgelaufen bin. Der Plan/die Strategie hinter dem Blog-Artikel ist relativ schnell erklärt und hat sehr viel mit meiner abgrundtiefen Abneigung gegen schlechtes Marketing zu tun. Steigen wir also in meine Hidden Agenda ein. Wie jeder, der etwas über Marketing gehört hat, sicher weiß, es kommt auf die Verpackung von Botschaften an. Und das unterscheidet mich ganz stark von Leeroy Jenkins. Daher an dieser Stelle ein paar Bemerkungen zu meiner Verpackung und warum ich den Beitrag so geschrieben habe, wie ich ihn geschrieben habe:

  1. Das Thema berührt sehr viele Leute emotional und wenn man es in Richtung gemeinschaftlich geteilte Werte lenkt, schafft man ein klares Feindbild, welches sehr viele verschiedene Leute unter einem Dach vereint. In diesem Fall waren auf einmal nicht nur die TM-Studenten gegen den BR, sondern alle anderen auch, denn die eigene Hochschule steht ja dämlich da. In einfacheren Worten: Nichts eint mehr als ein gemeinsamer Feind. Mit diesem Stilmittel kann man hervorragend Aufmerksamkeit und Awareness bündeln.
  2. Das Thema war brandaktuell, daher habe ich meine ganzen Pläne über den Haufen geworfen und einen ungeplanten Blogbeitrag geschrieben, um diesen Schwung zu nutzen. So etwas nennt man Ambush Marketing. Man nutzt die mediale Aufmerksamkeit eines Ereignisses aus, ohne selbst der Urheber zu sein.
  3. Es ist viel einfacher, eine Zielgruppe zu bewegen, wenn man polarisiert. Man setzt sich selbst zwar größerer Kritik aus, löst aber auch gleichzeitig eine intensivere emotionale Reaktion aus.

Nachdem ich nicht nur Marketing unterrichtete, sondern mich im richtigen Leben auch mit dieser Materie beschäftige, werde ich die Ergebnisse der letzten paar Tage in Form eines Cases im Unterricht einbauen. Die Heftigkeit der Diskussion in Jodel zeigt Weiterlesen

TEDx Talk today – ready when you are…

TEDx Talk manuscriptWhich factor has the highest impact on a buying decision?

  • the right knowledge to find the perfect solution
  • pleasant personality
  • pleasant communication atmosphere
  • communication techniques and sales tricks

See you today…

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TEDx Tomorrow – the Program

TEDx Talk Program 10.12.2016Dear real and virtual friends. I’m still trying to learn my TEDx talk by hard. Yes hard. It is hard. Tougher than DJing. But I’ll manage that. See you tomorrow.

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Do websites really sell? TEDx Talk and a few selling and advertising misunderstandings

What a stupid question a few of you might think. You are buying products booking holiday trips and closing deals in the Internet. That is some sort of selling, or not? To answer this question we have to switch to the off-line world, the world of real sales talks. Which connotations do you have when thinking about sellers and shop assistants? People who were hiding behind the desk and your entering the shop. Then you’re lucky because you have all the time to walk around and compare the offerings. Sometimes you’ll find in the shop people bothering you while walking around in the shop with questions like how can I help you, what can I do for you, etc. okay I see you’re familiar with these guys and you know what comes next when you say yes I have a question. These people start to talk a lot and then trying to impose you to buy something you do not really want or need.

Fortunately there are other types of sellers. They try to help you finding the right solution to solve your problems and/or fulfilled all your desires. Finding the right solution means that you’re still happy with it after using the product for a few years. Years ago I bought a road bicycle and I’m still happy when using it. The sales man was really competent and we found the right solution for me. Did you make a similar experience? Then you’re really lucky. From my perspective selling has a lot to do with listenting, putting yourself in your customer’s position, and understanding your customer’s needs.

The same with advertising and with online advertising and homepage programming. When looking at the results, i have always my favourite saying in mind: many people think, they are advertising experts because they saw one slot on TV. And: advertising ist playing with colorful images and silly words. No! Advertising has a lot to do with understanding your customer’s needs and putting yourself in your customer’s position: where in the decision process is he/she right now, whitch information is required, how can you help him to make the right decision. How to apply that knowledge? See you on Saturday.

I’ll present most of the topis in detail on saturday during my TEDx Talk, but you’ll find 100% of the content in my new book – „Marketing 4.0 How to sell and advertise in the internet era“.  Stay tuned.

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Wirkt Storytelling wirklich? Die Bachelorarbeit von Marika Auhuber.

Bachelorarbeit AuhuberEine spannende Frage, die jeden Marketer und interessiert. Aus dem Bauch heraus, würde sicher jeder sagen: logisch, Geschichten verankern sich viel besser im Gedächtnis als mühsam zu lernende, endlose Auflistungen von Produktfeatures. Aber manchmal trügt das Bauchgefühl und es ist Zeit über eine empirische Studie nachzudenken. Als Frau Auhuber den Themenvorschlag machte, war ich überrascht, denn dieser Bereich der Kognitionspsychologie ist ziemlich komplex und kaum ein Studierender kommt darauf. Aber die Begeisterung, mit der die Studentin das Thema anpackte, überzeugte mich davon dass es meistern würde. Und wie sie das gemeistert hat. Beeindruckend. Kurz zusammengefasst: 1) die theoretische Herleitung war schon sehr gut, aber 2) der wirklich kniffelige Teil, die Entwicklung eines Forschungsdesigns zur empirischen Meßbarkeit wurde von ihr mit Bravour gelöst. Der Nachweis der Wirkung war dann die Krönung. Willkommen in der Hall of Fame.

Was waren die wichtigsten Inhalte/Erkenntnisse?

Der wichtigste Inhalt in meiner Bachelorarbeit war die Neurowissenschaftliche Erkenntnis, dass sich das menschliche Gehirn Fakten besser merken kann, wenn sie in Form von einer Geschichte erzählt werden. Diese Erkenntnis übertrug ich auf die Erinnerungsfähigkeit von Werbungen. Mit Hilfe einer Online Umfrage und einem Experiment konnte ich überprüfen, ob sich Menschen besser an eine Werbung bzw. das Weiterlesen

Tiefeninterviews mit Männern zum Thema Krebsvorsorge oder das Testen von Bedürfnisstrukturen mit Hilfe einfacher Methoden der qualitativen Marktforschung.

Letzte Woche habe ich ganz kurz meine eigene Vorstellung zur Bedürfnisgenerierung für
Vorsorgemaßnahmen skizziert. Aber wie schon an dieser Stelle bemerkt, ist es nur die halbe Wahrheit, wenn man den eigenen Gedanken folgt und sich nicht die Mühe macht, sich ein Feedback von der Zielgruppe abzuholen. Daher könnte dieser Beitrag auch unter der Überschrift „Marktforschung leicht gemacht“ laufen. Ich bin der Meinung, dass es in jedem Fall vor dem Einstieg in die Entwicklung einer Kreatividee Sinn macht, eine kurze Validierung der eigenen Gedanken einzuschieben – eine umfangreichere bei großen/wichtigen Projekten. Im Fall dieses Cases habe ich meine eigenen Hypothesen zur Bedürfnisstruktur von Männern bezüglich Krebsvorsorgemaßnahmen auf den Prüfstand gestellt, um herauszufinden, ob ich richtig oder falsch liege.

Wie habe ich das gemacht? Ich führte zehn einfache, qualitative Tiefeninterviews mit
Zielgruppenmitgliedern, flankiert von einigen Expertengesprächen mit Ärzten. Den Interviewpartnern wurden drei einfache Fragenkomplexe gestellt, die den Einstieg in eine lebhafte Diskussion ermöglichen sollten. Hat ganz gut funktioniert. Man bezeichnet dies als qualitative, semi-strukturierte Interviewtechniken. Ziel ist es nicht, eine statistische Signifikanz (X Prozent der Befragten waren der Meinung…). Vielmehr soll durch die anregende Diskussion ein Einstieg in die Gedankengänge der Zielgruppe erreicht werden. Die Fragen waren:

  1.  Nehmen Sie Krebsvorsorgemaßnahmen in Anspruch? Welche?

  2. War dies eine emotionale oder eine Vernunftentscheidung? Was war der Anstoß für diese Entscheidung?

  3. Nutzen Sie intensiv Informationsquellen im Internet? (Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?) Überzeugen Sie diese Quellen?

Vielleicht mag jetzt der eine oder andere denken, dass zehn Interviews noch lange nicht Weiterlesen

DJs als Personenmarke – die Masterarbeit von Stefan Birne

Masterarbeit Stefan BirneEndlich mal jemand, der sich dem ganzen Thema DJing und Personenmarken wissenschaftlich nähert. Mir war klar, dass dies ein nicht gerade einfaches Thema ist, aber wirklich viel Spass machen wird. Also habe ich sofort ja gesagt, als Herr Birne mit dem Themenvorschlag kam. Aber nochmal ganz kurz einen Schritt zurück zum Kernproblem der ganzen Thematik DJs und Personenmarke: unterhält man sich mit verschiedenen Künstlern, so wird jeder behaupten, dass für für sie die Musik, die künstlerische Darbietung und die Begeisterung an der Performance an erster Stelle stehen. Mit so etwas schnödem, wie Werbung oder Markenführung, beschäftigt man sich als DJ nicht. Man ist keine Marke, man ist ein Künstler. Stefan Birne hat in seiner Masterarbeit genau diesen wunden Punkt, oder man kann es auch als Selbstüberlistung bezeichnen, wissenschaftlich genauer unter die Lupe genommen. Er wollte in seiner Abschlussarbeit herausfinden, inwieweit die Zielgruppe der Künstler diese als Personenmarke wahrnehmen und wie sich dies auf Kaufentscheidungen auswirkt. Dies ist ihm wirklich hervorragend gelungen. Ganz Weiterlesen

Ziel erreicht! Genügend Rückläufer im Forschungsprojekt.

Forschungsprojekt Marketing 4.0Heute Nachmittag war es soweit. 609 voll ausgefüllte Fragebögen (Ziel: 600) Danke an Frau Penzkofer für die tatkräftige Unterstützung. Jetzt brauche ich nur noch Zeit zum Auswerten :)

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