Das Raubtier in der Prostata – Teil 2, die Überraschung im Briefumschlag

Mailing für ein Prostata-HeilmittelGestern haben wir einen Blick auf ein Mailing geworfen, dass ziemlich viel verspricht und große Wahrscheinlichkeit besitzt, die vollständige Aufmerksamkeit des Adressaten zu erhalten. Das ist wirklich gut. Ich spare mir jetzt ein Unboxing-Video, stattdessen habe ich den kompletten Inhalt des Mailings in Form einer PDF Datei bereitgestellt. Bevor ich in die Bewertung einsteige, möchte ich noch kurz die Herausforderungen reflektieren, die hinsichtlich der Bewerbung eines mehr oder weniger medizinischen Produktes ergeben. Sie bestehen meiner Meinung nach vor allem darin, dass der Adressat ein gesundheitliches Problem hat und – je nach Schwere – einen subjektiv hohen Verzweiflungsgrad hat, der die Empfänglichkeit für bestimmte Botschaften stark beeinflusst. In anderen Worten formuliert: wenn die Schulmedizin versagt, dann greift man eventuell sogar zu esoterischen Behandlungsmethoden, die teilweise dubiose Versprechungen aus dem Hut zaubern.

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Wollen Sie auch das Raubtier in der Prostata stoppen?

Lieber Leser, sind Sie vielleicht genauso verdattert, wie ich es gewesen bin, als ich diesen Umschlag in der Hand hielt. Auf den ersten Blick war nicht erkennbar, wer der Absender dieses Mailings war, auf der Rückseite stand dann Dr. Hittich Gesundheit-Mittel.

Prostata Heilmittel - WerbungAha, hilft aber auch nicht wirklich weiter. Meine Neugierde war geweckt und damit eine der größten Hürden für jede Werbung in der heutigen Zeit überwunden: Ich war zu 100% gespannt darauf, was mich im Umschlag erwartet. Im Regelfalle passiert das nur dann, wenn die Werbung ganz besonders schlecht ist, aber dieser Spruch spielt durchaus in der Oberliga. Ganz spontan ist mir ein Werbespruch von Esso eingefallen: Pack den Tiger in den Tank! In diesem Falle ist es eher umgekehrt zu verstehen, lass den Tiger aus dem Tank (respektive Prostata)!

Was war der Inhalt? Nur Geduld, den verarbeite ich schon auch noch, zum Beispiel nächste Woche.

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Auch mit dem Kaffee am Arbeitsplatz unzufrieden?

Im Sommerloch habe ich eine Werbung im Briefkasten gefunden, die ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie man auf halbem Wege stecken bleiben kann und Werbemittel beim Fenster rauswerfen kann. Die Grundidee ist nicht schlecht, aber die Umsetzung lässt deutlich zu wünschen übrig, vor allem was die klare Positionierung des anbietenden Unternehmens anbelangt. Die ist nämlich unglücklich umgesetzt, böse Zeitgenossen würden behaupten, dass sie nicht vorhanden ist.

Kaffee Partner Mailing 2015 Kaffee Partner Mailing 2015
Aber hier ein paar kleine Details zu meinen wichtigsten Bewertungskriterien:

Fällt die Werbung (positiv) auf und ist sie interessant für die Adressaten?

Allein durch die kräftige Farbe fällt die Werbung auf und durch die beiden zentralen Aussagen (so kann ich nicht arbeiten!/Ich streike!) könnte sich der eine oder andere angesprochen fühlen. Deutlich intelligenter wäre gewesen, auf den heißen Sommer anzuspielen: bei dem Wetter kann ich wirklich nicht arbeiten oder können Sie bei der Hitze auch nicht arbeiten? Exzellent ist anders, aber es geht auch schlechter.

Ist der Inhalt der Werbung leicht zu verstehen?

Jein. Wenn ich mir das Titelblatt ansähe, weiß ich leider nicht, ob es um einen Anbieter von Kaffeemaschinen geht oder um eine Dienstleistung. Diese Frage wird auch auf der Rückseite nicht beantwortet. Ein ganz grober Fehler, der dazu führen kann, dass die Werbung weggelegt wird und keine Beachtung mehr findet. Dies führt selbstverständlich dazu, dass es zu keiner Kaufentscheidung führt. Verständlich ist dagegen der unbedeutendere Teil, keiner möchte schlechten Kaffee am Arbeitsplatz.

Ist das Bedürfnis klar adressiert und die Benefits einfach und deutlich kommuniziert?

Jein. Die Kaffeetrinker möchten guten Kaffee am Arbeitsplatz – soweit ist das Bedürfnis klar adressiert. Aber warum soll ich Kaffee Partner kontaktieren? Haben die einen super Weiterlesen

Garmin und der Muttertag: der Werbe-Ausrutscher der Woche! Teil 1

Heute habe ich einen, meiner Meinung nach, unfreiwillig komisch und lustigen Ausrutscher aus der großen weiten Werbewelt. Ein Mailling der Firma Garmin zum Muttertag.

garmin01Der Einstieg ist durchaus viel versprechend: „Muttertag ist die perfekte Gelegenheit, Ihrer Mutter zu zeigen, warum sie so einmalig ist. Bei Garmin finden Sie auch für Ihre Mutter eine große Auswahl an Geräten.“ Welche neuen Geräte für Mütter hat Garmin bitte jetzt im Programm? Hier möge jeder schmunzelnd seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen.

Jetzt bitte einfach mal den folgenden Text durchlesen und sich dann fragen: ist das wirklich ernst gemeint oder will die Firma Garmin damit die Zielgruppe auf die Schippe nehmen? Eigentlich erübrigen sich sich alle Kommentare, aber dann würden ja die Verbesserungsmöglichkeiten vollkommen unter den Tisch fallen. Nehmen wir uns doch diese Themenblöcke der Reihe nach vor:

Themenblock eins: fitte Mütter. Mütter, die viel auf den Beinen sind (in der Küche stehen, die Kinder versorgen, den Haushalt schmeißen, etc. und parallel noch arbeiten) sollen am Ende des Tages feststellen (mit einem Aktivitätsmonitor), wie viel Kalorien Sie verbraucht haben und ob sie sich genügend bewegt haben. Aber dann kommt der richtige Kracher: „ist Ihre Mutter zu lange inaktiv, erhält sie eine Erinnerung, sich zu bewegen.“Geht ungefähr in dieselbe Richtung wie der platte Witz: Mutter, mach die Tür zu ich kann nicht sehen wie du dich aufarbeitest. Gewissermaßen eine Aufforderung von Garmin: nicht ausruhen, arbeiten, arbeiten, arbeiten. Wenn nicht gearbeitet wird, dann tue gefälligst etwas für deine Fitness!

Bei dieser Werbung wusste ich ehrlich gesagt nicht, ob ich laut loslachen soll oder ob der ungeschickten Formulierung mich in die Ecke setzen und etwas den Texter, die Agentur und den Marketingverantwortlichen beweine. Schluchtz!

Der Rest ist fast genauso gut, den gibt es aber erst am Muttertag.

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Endlich bekomme ich über 20 Mio. US$, das Wochenende kann kommen.

Gestern bekam ich ein ganz tolles Angebot:

dollarschein
Hallo,
Auch wenn Sie nicht wissen, ich und diese per E-Mail war eine Überraschung, Sie zu dieser Zeit des Jahres. Ich bin Lesetja Kganyago der ernannte Gouverneur von South African Reserve Bank. Es gibt eine Summe von zwanzig Millionen sechshundert US-Dollar in meiner Bank und es gibt keine Begünstigten erklärte in Bezug auf diese Fonds und niemand nach vorne kommen würde, um sie behaupten, ich suchen für Ihre Unterstützung, um das Geld auf Ihr Bankkonto in Ihrem Land zu übertragen, so dass wir das Geld zwischen uns aufteilen und auch einen Teil auf andere Bereiche der Unternehmen zu investieren, besteht kein Risiko, an dieser Transaktion beteiligt sind, werden wir sie in eine Aktie Quote von 60% für mich, 40% für Sie, das ist nicht der Geldwäsche, beantworten Sie diese E-Mail (leset.feedback@gmail.com) so bald wie möglich für mehr Informationen. Ich freue mich von Ihnen zu hören. Es besteht aus 100% keine Gefahr bei dieser Transaktion und die Übertragung garantiert beteiligt. Bitte antworten Sie auf meine private E-Mail (leset.feedback@gmail.com)
Grüße,
Mr. Lesetja Kganyago.

Ich kann mein Glück gar nicht fassen. Aber kann er sich nicht bei den Möglichkeiten ein besseres Übersetzungsprogramm leisten. Aber egal, das machen wir.

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Ein wirksames Mailling zum Organspendeausweis? Oder: sind Ihre Steuergelder damit richtig verwendet oder gar verschwendet?

Die Aufforderung, selbst zum Organspender zu werden, ist eine ernste und sehr wichtige Angelegenheit. Aus diesem Grund hat das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege letztes Jahr im Dezember ein Mailling an alle Haushalte in Bayern geschickt. Meiner Meinung nach wieder ein hervorragendes Beispiel für eine deutlich optimierungsfähige Werbeform:

  1. Zeitpunkt: wer hat denn vor Weihnachten noch den Kopf für Organspende frei. Eine Möglichkeit wäre gewesen, dieses Mailling nicht unter der Überschrift Herzensangelegenheit laufen zu lassen, sondern mit der Weihnachtsstimmung zu verbinden, gewissermaßen nach dem Motto: Schenken Sie anderen ein Stück Leben, indem sie Organspender werden.
  2. Adressaten: an sämtliche Bürgerinnen und Bürger in Bayern. Die bayerische Staatsregierung hätte die Adressen aller Haushalte, ein personalisiertes Mailling wäre kein Problem gewesen. Wer fühlt sich denn mit der Ansprache „sämtliche Bürgerinnen und Bürger in Bayern“ wirklich angesprochen?
    anschreiben
  3. Das Deckblatt – Herzensangelegenheit. Was soll denn das? Die Definition des Begriffes als Aufhänger für einen Organspende-Mailling? Fühle ich mich dadurch Weiterlesen

Elena liebt mich immer noch…

Ich dachte schon, sie hätte mich vergessen…
Aber dann hat sie sich wieder an mich erinnert und mir die folgende elektronische Post aus dem Weltnetz geschickt.

Hallo, meinen Namen Elena

Deine elektronische Post gab mir meine Freundin aus der Stadt Ajhtal, den Bezirk Stuttgart. (Wo genau? Ich glaube, da habe ich in Erdkunde nicht genau aufgepasst. Oder die Kontinentaldrift beschleunigt sich…) Sie hat gesagt, dass du die Bekanntschaft mit das Madchen suchst, und ich bat die Weise (eine der Weisen aus dem Morgenland?), um sich mit dir zu verbinden. (Aber klar doch, warum nicht. Per Kabel, per Sekundenkleber {Autsch} oder gar per Telepathie? )

Ich das sehr einsame Madchen. Ich suche den Mann fur die ernsten Beziehungen, und ich will lernt dich kennen. (Da war es wieder, ja ja die ersten Beziehungen) Mir 30 Jahre, meine Grosse neben 169 Zentimeter (neben der Kappe und das 169 cm – alle Achtung), mein Gewicht die 56 Kilogramme, die Farbe meines Haares – kastanien. Sage mir, und ich werde dir grosser (noch grosser? 28pt oder gar 76pt) schreiben, und ich werde meine Fotografien schicken. Ich hoffe, dass Sie mir in der allernachsten Zeit antworten werden (Ich glaube, das lasse ich sein, sonst kommen wieder die Kollegen aus Troja). Ich warte mit der Ungeduld auf Ihren Brief, meine personliche E-Mail: eleeeennaaa@gmail.com Die Auswahl hinter Ihnen! (Der ist gut. Wer weiss, was das bedeutet, bekommt einen Schokokeks)

Also liebe Elena, vielleicht wird es beim nächsten Brief was aus uns beiden.